Archiv der Kategorie: Patria

Gemeinschaft voller Weisheit – 25. Stiftungsfest der K.D.St.V. Chursachsen Dresden

gruppenbild25sf

25 Jahre ist es her, dass sich aus einer Gruppe Cartellbrüdern, die nach der Wende „in den Osten“, nach Mitteldeutschland gingen, die erste Neugründung einer CV-Verbindung in den neuen Bundesländern vollzog: Es entstand die K.D.St.V. Chursachsen Dresden. Damals hielten viele Cartellbrüder das Projekt, welches auf der CV 1992 in Heidelberg vorgestellt wurde, für wenig zukunftsträchtig. Gründungssenior Cbr. Klaus Schlick wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass er mitten in der Diaspora bei 5% Katholiken niemals genügend Studenten finden werde, welche die Verbindung mit Leben füllen. Er ließ sich davon nicht beirren und auch, wenn mancher in den 90er-Jahren von einer Totgeburt sprach, so ist die Chursachsen inzwischen eine etablierte Verbindung im Elbetal mit insgesamt fast 160 Mitgliedern. Hinter ihr liegen Aufs und Abs und auch zahlreiche Höhepunkte wie etwa die Cartellversammlung 2004. Allem Pessimismus zum Trotz behauptet sich seit Jahren eine kleine Aktivitas unter Inkaufnahme von durchschnittlich 5 bis 6 Chargensemestern pro Bundesbruder (Rekordhalter: 9 Chargen) und kann mit gut gefüllten und anspruchsvollen Semesterprogrammen punkten, sodass inzwischen auch hochrangige Kirchenvertreter feststellen, dass „die Programme besser sind als die der Katholischen Akademie des Bistums“.

kommerssaal1

All dies gab genügend Anlass dazu, das 25. Stiftungsfest vom 22.-25. Juni donnernd zu feiern und Gäste aus aller Welt im Elbflorenz zu empfangen. Auf dem Programm standen Begrüßungs- und Gesellschaftsabend, Dampfschifffahrt, Festkommers, Messe und Exbummel, so wie man das kennt. Das meiste lief so, wie es laufen sollte und muss auf diesen Seiten – so schön es war – dem Leser nicht weiter langweilig werden. Insgesamt war es ein sehr gelungenes Fest.

kommerssaal2

Besonders erwähnenswert bleibt neben einer aktuellen Festrede zum Thema „Franziskus und die Ökumene“, welche im Nachgang noch gut Gesprächsstoff bot, das festliche Pontifikalamt am Stiftungsfest-Sonntag. Heinrich Timmerevers, der Bischof von Dresden-Meißen, segnete die neue Prunkfahne der Chursachsen und predigte auch über das Selbstverständnis der Verbindung. Zum einen freut es natürlich – zumal nicht selbstverständlich – wenn ein Bischof sich näher mit einer Verbindung und ihren Werten befasst. Zum anderen ist es umso schöner, wenn er sie als eine Gemeinschaft, die Weisheit lebt, wertzuschätzen weiß. Bischof Heinrich begründete dies mit dem Zusammenkommen unserer 4 Prinzipien: Als generationenübergreifende Gemeinschaft entsprechend akademischer Prinzipien und auf dem Fundament christlichen Glaubens mit Farben erkennbar in den gesellschaftlichen Diskurs zu treten, ist gerade heutzutage von besonderer Bedeutung. Wer Glaube, Vernunft, Diskursfähigkeit und Gemeinschaftssinn verbinden kann, der handelt wirklich weise. Diese Weisheit trägt eine Verbindung nach außen, die Prunkfahne ist nicht nur totes Material, sondern hinter ihr verbirgt sich eine wertebewusste Gemeinschaft, die in der Fahnensegnung mitgesegnet werde.

kirche-1

Gestärkt durch diese Worte, zahlreiche Begegnungen und gutes Feiern freuen wir uns, dass wir – gerade in Dresden – die nächsten 25 Jahre weiter gestalten können. Vivat, crescat, floreat Chursachsen ad multos annos!

 

M. M. Cs! Wf!

 

Gesprächsabend mit MdEP

Am heutigen Abend dürfen wir den langjährigen Europaabgeordneten Jürgen Schröder begrüßen.

Er spricht zum Thema: Politische Fehlentscheidungen der Eu und derren heutigen Auswirkungen.

Das Referat beginnt 19:30 Uhr auf dem Chursachsenheim.

Für ein offenes und mutiges Dresden / Sachsen

Gern möchte wir, ebenfalls darauf aufmerksam machen, dass morgen um 15 Uhr an der Frauenkirche eine Kundgebung für ein weltoffenes Heimatland Sachsen stattfindet.
Unter anderem werden dort unser Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU),  unsere Oberbürgermeisterin Orosz (CDU), sowie unser Bischof, S.E. Heiner Koch sprechen.
Die Situation mit der PEGIDA ist sehr kompliziert und hochkomplex. Sicherlich gilt es unseren Bischof zu folgen, dass wir die Menschen der PEGIDA nicht verurteilen dürfen, sondern mit Ihnen ins Gespräch kommen müssen. Ebenfalls dürfen wir nicht alle Mitbürger aus den Reihen der PEGIDA in die sogenannte „RechteEcke“ stoßen.
Die Kundgebung soll der „Welt“ zeigen, dass Dresden und unser Freistaat weltoffen, tolerant und mutig ist.

Cartellverband bezieht Position zu PEGIDA

Der Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen, hat gestern seine Position zur Dresdner PEGIDA-Bewegung geäußert. Als Dresdner Studentenverbindung im CV veröffentlichen wir deshalb hier die offizielle Mitteilung der CV-Homepage.

München, 17. Dezember 2014.- Mit tiefem Bedauern nimmt der Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) die sich häufenden PEGIDA-Demonstrationen gegen den Islam zur Kenntnis. Dass sie ausgerechnet in Dresden den größten Zulauf haben, also in einer Stadt, in der es praktisch keine Muslime gibt, zeigt deutlich, dass hier irrationale Ängste geschürt werden, um einer irgendwie gearteten Unzufriedenheit Ausdruck zu geben. Es wäre besser, so der Vorsitzende des Cartellverbandes, der Münchner Rechtsanwalt Heiner Emrich, wenn alle diejenigen, die Angst vor einer Islamisierung Europas äußern und somit scheinbar dessen christliche Wurzeln hervorheben wollen, sich auch tatsächlich zu den christlich-jüdischen Grundlagen Europas bekennen und sich aktiv für deren Werte einsetzen würden, insbesondere also für die Toleranz.

Ein solches Engagement würde ein Zusammenleben mit Muslimen ohne Ängste ermöglichen. Religion ist kein politischer Machtfaktor und darf deshalb auch kein Hindernis für ein friedliches Zusammenleben der Menschen verschiedener Religionen sein. Wenn Europäer allerdings ihre christlich-jüdische Basis verleugnen und sich praktisch gegen jede Art von Religion wenden, dann üben sie damit selbst eine politische Macht aus und fördern so eine Gegenbewegung, die extremistischen Islamisten hilft, ihre Religion zu einem politischen Machtfaktor zu machen.

Emrich ruft deshalb zu einem positiven Zusammenleben im Sinne christlicher Nächstenliebe auf. Die Tatsache, dass in Deutschland die Orientierung an Werten immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird, stellt einem solchen Engagement zwar Hindernisse in den Weg, fordert aber gleichzeitig umso mehr dazu auf, diese abzuräumen.

Der Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen sieht seine Aufgabe darin, bei Studentinnen und Studenten die christliche Werteorientierung zu stärken und dadurch in der Berufswelt und der Gesellschaft das Wertebewusstsein zu fördern. Statt einer Abwehrhaltung pflegt der Cartellverband deshalb den interreligiösen Dialog, um so seinen Beitrag zu einem friedlichen Zusammenleben zu leisten.

Mauerfallkommers

DSCF4812Der 9.November 1989 ist wohl eines jener Ereignisse, die in die Geschichte eingegangen sind. Die Mauer, welche nicht nur unser Vaterland, sondern ganz Europa teilte, fiel. Die sowjetische Okkupation, das Leid und das Unrecht fielen im ganzen Ostblock, also in Ost-und MittelEuropa.

Für uns als Ost-Deutsche Verbindung hat dieses Datum bzw. diese Handlungen und der dahinter sich versteckende Prozess eine starke Bedeutung. Aus diesem Grund feierten wir den 25. jährigen Mauerfall außergewöhnlich. Um 16:30 trafen sich ca. 20  Bundesbrüder, Farbenbrüder und natürlich deren liebreizenden Damen an der „Gedenkstätte Bautznerstraße“. Unter der Leitung eines Zeitzeugen, eines dort inhaftierten Opfers des DDR-Regimes, erkundeten wir die furchtbaren Gemäuer und die Greultaten der Stasi bzw. der DDR. Nach diesem sehr emotionalen Aufenthalt fuhren wir gemeinsam auf das Chursachsenheim zum gemeinsamen Abendbrot.

DSCF4822Dort überraschten uns eine schiere Zahl unerwarteter Gäste und Alter Herren. Nach der gemeinsamen Stärkung schlug unser hoher Senior den Mauerfallkommers um 20 Uhr an. Für Ihn war es eine wahre Herausforderung so war der Kneipsaal bis auf, im wahrsten Sinne des Wortes, letzten Platz gefühlt. Aus Respekt und als Bekundung unserer Verbundenheit mit den geheimen und im Untergrund agierten Studentenverbindungen der DDR-Zeit, wurde der Kommers nicht nach unseren Ritualen vollzogen, sondern nach jenen, welcher zur Zeit der DDR gegolten haben. Als Festredner agierten an diesem festlichen Tag mehrere Referenten – alles Zeitzeugen aus unseren Reihen. Um Punkt 24 Uhr, also am Beginn des 9.11.2014 sangen wir als Abschlusses des Kommerses die Europahymne als Zeichen der Verbundenheit zu unserem Vaterland und zu unseren europäischen Nachbarn. Abschließend waren wir noch weit bis in die Morgenstunden gemeinsam auf unserem Chursachsenheim und debattierten mit unseren Bundesbrüdern, die diese Zeit aktiv miterlebten.