Cartellverband bezieht Position zu PEGIDA

Der Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen, hat gestern seine Position zur Dresdner PEGIDA-Bewegung geäußert. Als Dresdner Studentenverbindung im CV veröffentlichen wir deshalb hier die offizielle Mitteilung der CV-Homepage.

München, 17. Dezember 2014.- Mit tiefem Bedauern nimmt der Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) die sich häufenden PEGIDA-Demonstrationen gegen den Islam zur Kenntnis. Dass sie ausgerechnet in Dresden den größten Zulauf haben, also in einer Stadt, in der es praktisch keine Muslime gibt, zeigt deutlich, dass hier irrationale Ängste geschürt werden, um einer irgendwie gearteten Unzufriedenheit Ausdruck zu geben. Es wäre besser, so der Vorsitzende des Cartellverbandes, der Münchner Rechtsanwalt Heiner Emrich, wenn alle diejenigen, die Angst vor einer Islamisierung Europas äußern und somit scheinbar dessen christliche Wurzeln hervorheben wollen, sich auch tatsächlich zu den christlich-jüdischen Grundlagen Europas bekennen und sich aktiv für deren Werte einsetzen würden, insbesondere also für die Toleranz.

Ein solches Engagement würde ein Zusammenleben mit Muslimen ohne Ängste ermöglichen. Religion ist kein politischer Machtfaktor und darf deshalb auch kein Hindernis für ein friedliches Zusammenleben der Menschen verschiedener Religionen sein. Wenn Europäer allerdings ihre christlich-jüdische Basis verleugnen und sich praktisch gegen jede Art von Religion wenden, dann üben sie damit selbst eine politische Macht aus und fördern so eine Gegenbewegung, die extremistischen Islamisten hilft, ihre Religion zu einem politischen Machtfaktor zu machen.

Emrich ruft deshalb zu einem positiven Zusammenleben im Sinne christlicher Nächstenliebe auf. Die Tatsache, dass in Deutschland die Orientierung an Werten immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird, stellt einem solchen Engagement zwar Hindernisse in den Weg, fordert aber gleichzeitig umso mehr dazu auf, diese abzuräumen.

Der Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen sieht seine Aufgabe darin, bei Studentinnen und Studenten die christliche Werteorientierung zu stärken und dadurch in der Berufswelt und der Gesellschaft das Wertebewusstsein zu fördern. Statt einer Abwehrhaltung pflegt der Cartellverband deshalb den interreligiösen Dialog, um so seinen Beitrag zu einem friedlichen Zusammenleben zu leisten.